AKG Frühjahrstreffen 2026 in Berlin: Wenn gute Architektur auch die unsichtbaren Abläufe mitdenkt
Krankenhäuser und Gesundheitsbauten müssen heute weit mehr leisten als reine Funktionalität. Sie sollen Orientierung geben, hochkomplexe Abläufe unterstützen und zugleich Raum für Versorgung, Forschung und Menschlichkeit schaffen. Genau dieser Herausforderung widmete sich das AKG Frühjahrstreffen 2026 in Berlin. Im Zentrum stand die 23. AKG-Fachtagung zum Thema „Unsichtbare Prozesse – Logistik im Gesundheitsbau“, die eindrucksvoll zeigte, wie entscheidend die nicht sofort sichtbaren Abläufe für die Qualität eines Gesundheitsbaus sind.
In den Vorträgen wurde deutlich, dass gute Planung im Gesundheitswesen immer auch das mitdenken muss, was später im Betrieb oft selbstverständlich erscheinen soll: Wege, Versorgung, Infrastruktur, Prozesse und Schnittstellen. Unterschiedliche Referenten beleuchteten, wie der Krankenhausbetrieb zur Planungsgrundlage wird, warum Logistikkonzepte zukunftsfähig gedacht werden müssen und welche Rolle intelligente Systeme für die Krankenhausarchitektur von morgen spielen. Gerade diese Verbindung aus Strategie, Betrieb und Architektur machte die Veranstaltung besonders relevant.
Spannend war zudem, dass das Frühjahrstreffen nicht bei der Theorie stehen blieb. Die inhaltlichen Impulse wurden durch Projektvorstellungen und Besichtigungen konkreter Berliner Gesundheitsbauten ergänzt. Auf dem Programm standen unter anderem das Rahel Hirsch Center der Charité, der Neubau Nordkopf am Vivantes Klinikum Neukölln, das Bundeswehrkrankenhaus Berlin, der SiM Forschungsbau von Charité und TU Berlin sowie das Berlin Center of Advanced Therapies (BeCAT) mit GMP-Laborgebäude. So wurde unmittelbar greifbar, wie unterschiedlich architektonische Antworten auf die komplexen Anforderungen im Gesundheitswesen ausfallen können.
Auch über die fachlichen Inhalte hinaus bot das Treffen wertvolle Perspektiven. Die Mitgliederversammlung, die Verleihung des AKG Förderpreises 2026 und der persönliche Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Netzwerk machten deutlich, wie wichtig der Dialog innerhalb der Branche ist, um aktuelle Entwicklungen gemeinsam weiterzudenken.
Für FG Architektur war das AKG Frühjahrstreffen 2026 deshalb weit mehr als ein fester Termin im Kalender. Die zwei Tage in Berlin boten die Gelegenheit, aktuelle Fragestellungen des Gesundheitsbaus aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, gebaute Beispiele direkt vor Ort zu erleben und neue Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen. Besonders der Fokus auf die „unsichtbaren Prozesse“ bleibt dabei in Erinnerung, denn gerade sie entscheiden oft darüber, ob Architektur im Alltag wirklich funktioniert.
Fotos: AKG e.V. / Mathias Lehmann